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INSIGHT: Klassenzimmer oder Medienwelt?

Gastautorin: Heinrike Paulus

Gerade bin ich von einem journalistischen Interview gekommen. Der Beitrag muss heute noch fertig werden, denn bis zum Redaktionsschluss sind es nur noch ein paar Stunden…

Wie es zu diesem Interview kam? – Die Geschichte nimmt ihren Anfang in meinem vierten Semester an der FAU Erlangen-Nürnberg. – Ein Sommersemester.
Ich besuchte ein Seminar, das – wie ich heute weiß – wegweisend für mich sein sollte: Aktive Medienarbeit im Religionsunterricht. Wir vier Studentinnen bekamen damals von zwei Dozenten – Dr. Tanja Gojny und Dr. Daniel Meier – einen Einblick in Medienpädagogik und Journalismus. – Von da an hatte ich Blut geleckt, wie man so sagt.
Nach meinem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen in Germanistik und Evangelische Religionslehre – entschied ich mich für das Erweiterungsfach Medienpädagogik. Eigentlich habe dieses Seminar nur rein aus Interesse besucht, aber es hieß für mich: Gekommen, um zu bleiben. Ein Jahr später absolvierte ich auch hier mein Staatsexamen.

Und dann hatte ich die Qual der Wahl: Referendariat, weil man das eben so macht mit Lehramtsstudium? – Die Unterlagen dazu lagen schon auf meinem Schreibtisch… Doch irgendwie war er wieder da, der Reiz von Journalismus und Medienwelt. Während meines Studiums hatte ich bereits Seminare der Christlichen Publizistik besucht und auch schon ein wenig journalistisch gearbeitet.

Ich erinnerte mich an den Rat meines Medienpädagogik-Dozenten Dr. Michael Stiller: „Wenn Sie das Referendariat nicht beginnen sollten, wäre ein Masterstudium empfehlenswert!“
Nach längeren Überlegungen kam mir das Seminar des vierten Semesters wieder in den Sinn. Damals wurde ein ganz neuer Masterstudiengang beworben: Medien-Ethik-Religion.
Ich beschaffte mir die Informationsunterlagen. Nach ein paar Wochen Bedenkzeit schickte ich meine Bewerbungsunterlagen ab. Der Anmeldebogen zum Referendariat landete im Papierkorb.
Es folgten ein Auswahlgespräch und zwei Tage später ein erlösender Anruf: Ich hatte den Studienplatz. – Nicht nur ein Stein fiel mir vom Herzen.

Die zwei folgenden Jahre wurden sehr prägend für mich – und ich erinnere mich gerne an sie. Ich erhielt wichtiges Know-How in Journalismus und Medienethik unter anderem von Prof. Johanna Haberer an der Abteilung für Christliche Publizistik. Gleichzeitig konnte ich an das in meinem vorherigen Studium erworbene theologische und medienpädagogische Wissen anknüpfen.
Heute fühle ich mich nun gut aufgehoben und wirklich angekommen. Jetzt macht meine vorherige Ausbildung für mich wirklich Sinn.
Gerade schreibe ich an meiner Masterarbeit. Was dann kommen wird, das wird sich weisen. Angst davor habe ich nicht, weil ich auf mein Bauchgefühl gehört habe.

Geholfen hat mir in meiner Entscheidungsphase vor dem Master auch das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) an der FAU Erlangen. Vor allem die Veranstaltung Wege im und aus dem Lehramt gab mir viele Inputs. Ich war nicht die einzige, die, sich über Alternativen zu Klassenzimmer und Pausenhof informierte. Dr. Steffi Schieder-Niewierra vom ZfL ermutigte mich damals ebenfalls diesen Schritt des Masters zu gehen. „Viele Studenten wissen gar nicht, dass es eine Bandbreite an Masterstudiengängen gibt, die sie nach dem Lehramt absolvieren können“, so Schieder-Niewierra.

Bei meiner Entscheidung den Weg in Journalismus und Medienwelt zu gehen, wurde ich auch von meinen mir liebsten Menschen unterstützt, ja sogar zu diesem Schritt bestärkt.
Das abgeschlossene Lehramtsstudium war also keine Fehlentscheidung, sondern für mich die richtige und wichtige Basis für meinen Master.

Heute bin ich glücklich damals auf mein Bauchgefühl gehört zu haben und das Zitat der Schriftstellerin Katherine Mansfield macht für mich gerade Sinn:

„Ich möchte so leben, dass ich sowohl mit den Händen als auch mit
dem Gefühl und dem Verstand arbeite.“

…So jetzt muss ich mich aber wieder meinem Beitrag, widmen. Ich hoffe, ich konnte die eine oder den anderen ermutigen, sich nach einem erfolgreich absolvierten Studium noch für einen Masterstudiengang zu entscheiden.