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Nürnberger Sommercamp bietet DiDaZ-Studierenden ein besonderes Praktikum

Bild: Evelyn Beck, Lehrstuhl DiDaZ

(Evelyn Beck) Auch in diesem Jahr konnten die Lehramtsstudierenden des Faches Deutsch als Zweitsprache unterrichtspraktische Erfahrungen im Sommercamp sammeln. In den ersten beiden Wochen der Sommerferien boten sie unter Anleitung von Mitarbeitenden des Lehrstuhls für Didaktik des Deutschen als Zweitsprache (DiDaZ) interessierten Nürnberger Kindern ein spannendes und abwechslungsreiches Ferienprogramm der besonderen Art – im Nürnberger Sommercamp. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Musik liegt in der Luft“.
Schon seit dem Jahr 2005 führt der Lehrstuhl DiDaZ das Sommercamp in Kooperation mit der Bürgerstiftung Nürnberg durch. Das Sommercamp ist Bestandteil des Nürnberger Ferienprogramms und richtet sich an alle interessierten Kinder von 8-12 Jahren. Im Vorfeld wurden außerdem Familien in den Flüchtlingsunterkünften oder über die Lehrkräfte in den Schulen angesprochen, um diese gezielt auf das Angebot aufmerksam zu machen. Ziel des Sommercamps ist die Sprachförderung sowie die soziale Förderung und Integration der teilnehmenden Kinder in ihre Heimatstadt Nürnberg.
Das jährlich wechselnde Rahmenthema des Sommercamps lässt die Berücksichtigung fachlicher Fragen und Inhalte zu. Möglich ist dies durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachdidaktiken. In diesem Jahr wirkten die Didaktik der Biologie und die Musikpädagogik mit. Die Kooperation mit den Fachdidaktiken ermöglichte den am Sommercamp teilnehmenden Kindern die fächerübergreifende Auseinandersetzung mit dem Rahmenthema.
Den Studierenden bot die Kooperation die Möglichkeit selbst zu erfahren, wie man in den Bereichen Deutsch, Biologie und Musik fächerübergreifende Materialien und Lernarrangements entwickelt. Hier waren die angehenden Lehrkräfte damit konfrontiert, die fachlichen Inhalte so zu planen, dass nicht nur der Aspekt der Sprachförderung im Sinne des Deutschunterrichts, sondern auch die sprachbewusste Arbeit in anderen Fachbereichen einbezogen werden. Immer präsent war dabei die Überlegung, den Schülern eine kindgerechte, sprachanregende und sprachfördernde Lernumgebung anzubieten, die auch die besondere (Lern)Situation der Sommerferien berücksichtigt.
Dies wurde im Vorfeld des Sommercamps intensiv im Rahmen eines Begleitseminars diskutiert und die studentischen Förderlehrkräfte so gezielt auf ihre Aufgaben und die Anforderungen im Sommercamp vorbereitet.
Während des Sommercamps erprobten die Studierenden die unter Anleitung entwickelten Unterrichtseinheiten und Materialien eigenverantwortlich in ihren Kleingruppen. Je zwei studentische Förderlehrkräfte betreuten und unterrichteten dabei im Tandem eine Kleingruppe von bis zu zehn Kindern. Durchgehend wurden die Studierenden bei der Durchführung der Unterrichtsversuche von Mitarbeitenden des Lehrstuhls DiDaZ begleitet und unterstützt. Den Abschluss des Sommercamps bildete wie in jedem Jahr das Abschlussfest, bei dem die Kinder das in den beiden Sommercampwochen Gelernte den Familien und Freunden präsentierten.
Das Sommercamp erlaubte den Studierenden einen vertieften Einblick in die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache und die praktische Erprobung der im DiDaZ-Studium erlernten Inhalte. Durch die Planung und eigenverantwortliche Durchführung des Unterrichts sammelten sie vielfältige Erfahrungen, die über das reguläre Schulpraktikum hinausgehen. Die ganztägige Betreuung der Kinder zeigte den Studierenden auf, für welche verantwortungsvolle Aufgabe sie sich im Umgang mit jungen Menschen entschieden haben.
Auch für das kommende Jahr ist die Durchführung des Sommercamps geplant. Interessierte Studierende aller Schularten sind eingeladen, sich als studentische Förderlehrkraft im Sommercamp einzubringen und mitzuarbeiten.