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Praxis | Theorie

Lehr:werkstatt

Viele Studierende wünschen sich, besser auf den Lehrerberuf vorbereitet zu sein.

Lehrwerkstatt zwei Teilnehmerinnen im Gespräch
Bild: Barbara Lex, Eberhard von Kuenheim Stiftung

RS GYM Viele Studierende wünschen sich, besser auf den Lehrerberuf vorbereitet zu sein. Gleichzeitig sehen sich die Lehrkräfte von heute mit vielfältigen Anforderungen konfrontiert (Ganztagsschule, steigende Heterogenität der Schulklassen etc.). Im Schulalltag bleibt wenig Zeit, um neue Konzepte und Methoden im Unterricht zu erproben. Dieser Situation begegnet die BMW Stiftung Herbert Quandt in ihrem Projekt Lehr:werkstatt.

Eine Lehrkraft (der Lehr:mentor) und ein Lehramtsstudierender (der Lehr:werker) bilden ein Tandem und arbeiten über ein Schuljahr hinweg zusammen. In zwei drei- bis vierwöchigen Blöcken während der vorlesungsfreien Zeiten sowie einen Tag pro Woche während der Semester begleitet der Lehr:werker seinen Lehr:mentor aktiv im Unterricht.

Er unterstützt den Lehr:mentor mit steigender Lernkurve in immer größerem Umfang – von gemeinsamer Vor- und Nachbereitung über Teamteaching bis zur Planung von Schul­veranstaltungen. Der Lehr:werker gewinnt einen frühen und realistischen Einblick in sein künftiges Berufsfeld und bekommt die Gelegenheit, seine Eignung und sein theoretisches Wissen zu reflektieren (und nebenbei zwei Pflichtpraktika durch die Lehr:werkstatt zu ersetzen). Durch den Unterricht im Tandem entsteht für den Lehr:mentor die Möglichkeit, Neues zu erproben. Festgesetzte Bilder sowie „eingeschliffene“ Vorgehens­weisen werden aufgebrochen. Gleichzeitig kann der Unterricht stärker individualisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler in den Lehr:werkstatt-Klassen profitieren von einer intensiven und differenzierten Betreuung.

Um möglichst gut funktionierende Tandems zu bilden, berücksichtigt die Stiftung bei der Auswahl Fachrichtungen, Erfahrungen sowie die jeweilige Persönlichkeit der Teilnehmer.

In einem Einführungsworkshop klären Lehr:mentor und Lehr:werker ihre Rollen, Aufgaben und Erwartungen und einigen sich auf eine Ausgestaltung des Leitthemas „individuelle Förderung“ (z. B. Erstellen von Kompetenz­profilen von Schülern mit anschließender Förderung schwacher Schüler). Die Praxisphase an der Schule wird durch Kompetenz­workshops zu Themen wie Teamteaching oder Kompetenzorientierung ergänzt, um die Lehr:werker besser für die Herausforderungen des Lehrerberufs zu rüsten und den Tandems neue Impulse für die Zusammenarbeit zu geben. An der Universität reflektieren die Lehr:werker ihre Erfahrungen in einem Begleitseminar.

Seit fünf Jahren findet die Lehr:werkstatt der BMW Stiftung Herbert Quandt bereits an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg statt. Im Schuljahr 2013/14 startete auch die FAU Erlangen-Nürnberg in der Lehr:werkstatt.

Die Anmeldung erfolgt über die Seite der BMW Stiftung Herbert Quandt.